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Warum den meisten Facebook Fanseiten der Erfolg fehlt

Meinen letzten Blogpost Wie Social Media Marketing nicht funktioniert hat R. Schwarz sehr interessant kommentiert: "…dieses krampfhafte BizMarketing wirkt in den meisten Fällen nur aufgesetzt und peinlich, weil es nicht gekonnt ist, wie Du – Erich Weber – das richtig sagst. Frage bleibt: Eignet sich FB als Plattform der Firmenwerbung? Ich bin noch unentschieden, neige allerdings eher zu einem Nein!"

Und Andreas Hierold hat mich einem Beitrag doch tatsächlich als "Facebook Fanseiten Papst" bezeichnet. Das geht natürlich runter wie Öl – allerhöchste Zeit, an dieser Stelle einmal etwas über meine eigene Firmenseite und meine Strategie dahinter zu erzählen. Immerhin spielt Facebook inzwischen eine wichtige Rolle für unseren Agentur-Umsatz.

Grundsätzlich braucht man 3 Dinge, damit es funktioniert:

  1. Ein Ziel
  2. Eine Strategie, um dieses Ziel zu erreichen
  3. Zeit, um die Strategie umzusetzen

In vielen Fällen hapert es hinten und vorne. Man stürzt sich freudig auf das Projekt Facebook-Seite weil man ja dabei sein muss, um nichts zu verpassen. Das negative Ergebnis ist meist vorprogrammiert, Enttäuschung macht sich breit und man hat es ja schon immer gewusst

Vielleicht hilft dieser Artikel dabei, einige Zusammenhänge besser zu verstehen.


Welches Ziel verfolgt die Firmenpräsentation auf Facebook?

Die Ziele sind branchenübergreifend meist mehr oder weniger identisch. Jeder Unternehmer möchte über seine Produkte und Dienstleistungen informieren, Kontakte knüpfen und neue Kunden gewinnen.

Für meinen Bereich heißt das zum Beispiel, dass ich meine Fanpage als Anlaufstelle für Interessenten rund um meine Themen Internetmarketing, Webdesign und Social Media Betreuung etabliert habe.

Und mich als die Person dahinter damit als DEN Experten auf diesen Gebieten darstelle. Wenn sich der "Facebook Fanseiten Papst" etabliert, habe ich dieses Ziel mehr als erreicht.

Weitere Ziele könnten die Unterstützung der Support-Abteilung oder die Leadgenerierung sein. Dazu eignen sich z.B. Gewinnspiele (bitte unbedingt die Facebook Richtlinien hierzu beachten!) oder Gratis-Angebote. Es gibt viele Möglichkeiten, sprechen Sie am besten darüber mit dem Verantwortlichen für die Technik Ihrer Seite.


Mit der richtigen Facebook Strategie zum Erfolg

Die meisten Fanseiten sind eine Ansammlung von Werbebotschaften. Wem soll das gefallen, wer mag da schon kommentieren oder gar einen Beitrag teilen? Nach dem Motto "Tue Gutes und alle Welt spricht darüber" bemühe ich mich, meine Chronik informativ und weitgehend werbefrei zu halten.

Ich berichte regelmäßig über neue Entwicklungen bei Facebook, Google+ und Twitter, aktuelle Trends bei der Suchmaschinenoptimierung oder gebe Tipps & Tricks für die eigene Website oder den Online-Shop weiter.

Das wird freudig aufgenommen, gerne positiv kommentiert und weiter verbreitet. Anna Rosenberg z.B. hat gerade gestern einen Beitrag geteilt mit dem Begleitsatz "Erich Weber hat wieder einen Trüffel gefunden". Naja, die Seite, auf der es kostenlose Trüffel gibt, sollte man schon kennen – oder? So erreiche ich immer mehr Menschen, die mich bisher überhaupt nicht kennen, gerne Fan meiner Seite werden und diese wiederum weiterempfehlen.

Die Strategie dahinter ist so alt wie das Internetmarketing selbst: Kontakte knüpfen – Vertrauen aufbauen – als Experte positionieren – verkaufen. Menschen kaufen nun einmal am liebsten bei Experten und Freunden, denen sie vertrauen. Und wenn ich dann zwischendurch wohldosiert und unaufdringlich etwas Eigenwerbung streue, nimmt mir das auch niemand übel.

Übrigens: Dass man gerade die Katzen gefüttert hat, sich jetzt auf den Kaffee freut und dass die Sonne scheint ist nett. Aber nur im privaten Profil – auf der Firmenseite hat das nichts zu suchen!


Soziale Netzwerke kosten Zeit

Social Media Marketing kostet Zeit! Denken Sie deshalb frühzeitig darüber nach, wer die Strategie umsetzt und die Chronik regelmäßig mit Leben füllt. Das muss nicht unbedingt – so wie bei mir – täglich erfolgen. Aber so 2-3 mal die Woche sollte es schon sein.

Am besten planen Sie täglich 30 Minuten fest in Ihren Arbeitsablauf ein. Wenn Sie die Zeit dafür nicht aufbringen können oder wollen, delegieren Sie die Aufgabe an einen Mitarbeiter / eine Mitarbeiterin.

Wer es ganz bequem haben will, beauftragt einen externen Dienstleister mit der Betreuung der Seite. Das ist preiswert und man muss sich um nichts kümmern.


Praxis-Beispiel einer Facebook-Seite für ein Reisebüro

War das jetzt zu einfach, weil ich mich ja täglich mit Social Media Marketing beschäftige? Ich denke nicht, alle Maßnahmen lassen sich in jeder Branche umsetzen. Da wir uns gerade in der Urlaubszeit befinden, passt als Alternativ-Beispiel ein Reisebüro ganz gut

Unabhängige Untersuchungen ergeben immer wieder, dass die Buchung im Reisebüro nicht teurer ist als die Buchung im Internet. Vorausgesetzt, der Reisebüro-Betreiber berät seriös und neutral und orientiert sich nicht an den höchsten Vermittlungsprovisionen.

Wenn ich selbst ein Reisebüro betreiben würde, wäre das eines meiner zentralen Ziele: Kompetente und individuelle Beratung zum Bestpreis statt stundenlanger Suche in Online-Portalen. Natürlich auch durch die Hintertür, vordergründig würde ich zum Beispiel solche Themen veröffentlichen:

  • Notfalltelefonnummern oder Webadressen für alle gestressten Eltern, die jetzt in Urlaub fliegen und den Pass für die Kinder vergessen haben.
  • Informationen zu Fluggesellschaften: Das dürft ihr bei Ryanair, das bei Easyjet usw. damit die Umpackerei am Flughafen aufhört.
  • Reisewarnungen oder sonstige wichtige Reiseinformationen.
  • Tipps zu den günstigsten Parkmöglichkeiten an den Flughäfen.
  • Wo sind Zigaretten, Parfum oder Kleidung am billigsten?

Damit würde ich zum"Papst der Reisebranche" avancieren. Wo sonst sollte man denn in Zukunft noch buchen?

Übrigens kann jede Branche einen "Papst" auf Facebook vertragen. Ob Handwerker, Steuerberater oder Gastronom – Ideen gibt es für jeden mehr als genug!


Fazit

Nehmen Sie sich etwas Zeit, bevor Sie das Projekt Facebook Fanseite in Angriff nehmen und formulieren Sie Ihr Ziel. Haben Sie Ideen und auch die Zeit zur Umsetzung Ihrer Strategie? Falls nein, lassen Sie sich helfen und nehmen Sie externe Hilfe in Anspruch. Oder lassen Sie die Finger davon.

Zum Schluß noch eine Empfehlung in eigener Sache: Eine Firmenpräsentation auf Facebook besteht nicht nur aus Titelbild, Logo, Gefällt-mir-Angaben und der Karte. Erst mit eigenen Reitern und individuellen Inhaltsseiten wird das Ganze dann so richtig "päpstlich".

Viel Spaß und ganz viel Erfolg!
 

Veröffentlicht in: Social Media Marketing


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8 Kommentare

  1. Birgit Henke 13. Juli 2012

    Dieser Artikel ist nun wirklich so verständlich geschrieben, dass es JEDER verstehen muss. Und die realen Beispiel finde ich richtig super – nur so sieht man, dass diese Strategie hier auch gelebt wird.

    Vielen Dank für diesen sehr schönen Artikel, welcher auch mal zum schmunzeln anregt.

    Birgit

    Antworten
    • Erich Weber 13. Juli 2012

      Danke Birgit. Es gibt so viele komplizierte Dinge im Leben – wenigstens meine Blogposts soll jeder verstehen können 🙂

      Und es muss auch nicht immer alles bierernst sein. Wenn man die Menschen zum Schmunzeln bringt, erreicht man sie viel besser…

      LG Erich

      Antworten
  2. Burga 13. Juli 2012

    Wenn man sich an die Beispiele in diesem Artikel hält, braucht man sich wirklich keinen Stress machen und die Fans und auch die Werbung für die Fan-Seite läuft „fast“ ganz allein.

    Antworten
    • Erich Weber 13. Juli 2012

      Naja, ganz ohne eigenes Zutun funktioniert es natürlich nicht Burga. Aber wenn die Strategie stimmt und auch konsequent umgesetzt wird, geht vieles einfacher…

      Antworten
  3. San 18. Juli 2012

    Hallo Herr Weber,
    ja das stimmt wohl alles was sie schreiben, aber was ist denn, wenn man z.b. verschiedene Webprojekte und domains hat, z.b. eine Reiseseite, eine sparseite usw …., wenn man dann für jede Webseite oder WordPressseite dann auch noch eine Fanpage anlegt und die dann regelmäßig mit Inhalten füllt, dann kostet das sehr viel Zeit, die man so meistens nicht hat, wäre es Ihrer Meinung nach besser verschiedene themenrelevante Bereiche in einer Fanpage zusammenzufassen und sich auf nur eine Fanpage zu konzentrieren ?
    Grüsse San

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    • Erich Weber 18. Juli 2012

      Vor der Frage stand ich zu Beginn meiner Aktivitäten auf Facebook auch. Eigentlich sollte ich das Agentur-Geschäft und das Schulungsangebot trennen. Ich habe mich trotzdem für nur eine Fanpage entschieden, weil ich weder Lust noch Zeit habe, auf mehreren Seiten Fans zu gewinnen, aktuelle Beiträge zu posten usw.

      Wenn die Themen natürlich zu verschieden sind – und das scheint mir hier der Fall zu sein – bleibt wohl nur die Trennung.

      Der Bauchladen im Internet funktioniert nicht mehr und als Experte kann man sich immer nur für einen bestimmten Bereich darstellen. Mit den verschiedenen Webseiten und WordPress-Blogs wurde das ja anscheinend schon richtig umgesetzt…

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  4. Sven Kaven 12. Oktober 2013

    Hallo Erich,

    Guter Beitrag und in kurzen Abschnitten die Basics auf den Punkt gebracht. Was natürlich eine enorme Zeitersparniss bringt ist so schnell wie möglich mit bezahlten Traffic auf Facebook einzusteigen.

    Wie Du allerdings auch schon herausgefunden hast, hapert es bei Tausenden von Seiten mit dem richtigen Content.

    Sven.

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    • Erich Weber 15. Oktober 2013

      Danke Sven,

      ja, ist nicht immer ganz so einfach – aber wir arbeiten dran 🙂

      Erich

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